europflege - 24 Stunden Hilfe und Betreuung


"Asylpolitik und ein bisschen Pflege..."

Es ist für mich sehr beeindruckend und lobenswert, mit welchem Engagement man der wirklich unmenschlichen und inhumanen Art, im Umgang mit Menschen und speziell auch mit Kindern im Asylbereich umgeht. Ein Land wie Österreich hat es nicht verdient, das Politik in diesem Bereich so gelebt und umgesetzt wird.

Speziell NGO`s wie Caritas, Diakonie, Volkshilfe etc. setzen sich hier sehr, auf eine sehr menschlich wertvolle Art, für "GANZ EINFACH - SCHWÄCHERE!!!" ein.
Ein ganz, ganz großes Lob dafür von meiner Seite.

Diese menschliche als auch herzliche Komponente vermisse ich aber leider im Pflegebereich. Hier ist es zumeist sehr, sehr sachlich und vom Emotionalen her durchaus härter.


Hier bekommen Betroffene und deren Angehörige den Taschenrechner vor das Gesicht gehalten, auf dem geschrieben steht:

"GEHT LEIDER NICHT!
TUT UNS LEID!"
.

Und ich bin der Meinung, dass dies nicht sein müsste. Denn man könnte durchaus mit enormen Einsparungspotential auf Sicht, im Interesse der zu Pflegenden und deren Angehöriger positive Veränderungen erreichen, würde man sich folgende Überlegung endlich genauer ansehen.

Wenn man bei 100 000 zu versorgenden Menschen, über einen Zeitraum von
12 Jahren, folgendes anstreben und in Folge dann auch erreichen will. Wenn es hierbei gelingen würde, dass wir 10 Jahre zu Hause versorgen könnten und maximal 2 Jahre stationäre Betreuung in Anspruch nehmen würden, bestünde hier ein finanzielles Einsparungspotential im Jahr von € 1.833.333.333,33. Und so wäre auch erreicht, was unsere älteren Menschen wirklich wollen -

eben:
"ZUHAUSE BLEIBEN, SO LANGE ES GEHT".


Belege diese Überlegung gleich mit einem praktischen Beispiel dieser Woche.

Folgender Sachverhalt: Gesamteinkünfte einer zu versorgenden Person € 1.300,--
inkl. Pflegegeld. Eine 24 Stundenpflege bei Europflege liegt gesamt zwischen € 1.500,--
und € 1.600,-- für 4 Wochen. Also es fehlen zu Hause ganze € 250,--.

Was passiert nun hier und in fast allen anderen Fällen? Diese Menschen müssen leider in ein Heim.

Kosten hierfür ab ca. € 2.300,-- bis ca. € 8.000,-- aufwärts.

Das ist auch unmenschlich, inhuman und auch wirtschaftlich nicht wirklich zu verstehen.

Im speziellen Fall dieses zu versorgenden Menschen muss nun von der Öffentlichkeit € 2.000,-- dazu bezahlt werden, was eben diese spezielle stationäre Unterbringung kostet.

Die absolute Schande hierbei: Unser Gesetz sieht nämlich keinesfalls vor, dass dieser Mensch, der ohnehin viel lieber zu Hause bleiben würde, € 300,-- dazu bekommen könnte!!!


Und genau das ist "UNMENSCHLICH, UNVERSTÄNDLICH, INHUMAN UND SOGAR VOLKSWIRTSCHAFTLICH KEINESFALLS NACHVOLLZIEHBAR!!!".

Meine Lösungsansätze lauten daher wie folgt:


1. Eine Sensibilisierungskampagne über 3 - 5 Jahre für Bewusstseinsbildung im Pflegebereich.
(Ein längerfristig angelegtes, speziell auch mit allen Beteiligten, mit Betroffenen erarbeitetes gemeinsames Konzept).

Man muss in dieser Diskussion in erster Linie Betroffene und auch deren angehörige mit einbeziehen. Dabei ist auch gleich wichtig generell an einer vernünftigen Bewusstseinsbildung zu arbeiten. Man darf nicht nur mit Horrorzahlen und Horrorszenarien alle Menschen verschrecken.
Ein durchaus menschlich, humaner Grundgedanke wäre:
"Wenn ich heute jemanden helfe - so wird auch morgen mir jemand helfen!".

2. Das Pflegegeld um 40% erhöhen.
Denn nur so ist man in der Lage, sich selbst seine Pflege und Betreuung aussuchen zu können. Ich habe schon bei meiner Pressekonferenz am 20. Mai 2010 im Steirischen Presseklub in Graz gesagt, wenn 100 000 Menschen 12 Jahre zu versorgen sind und man sie 10 Jahre zu Hause lässt und nur 2 Jahre stationär, kann man hier jährlich 1,5 Mrd. Euro einsparen. Daran darf die Politik keinesfalls vorbei arbeiten. Denn fast alle Menschen wollen zu Hause bleiben. Somit rechnet sich diese Erhöhung allemal. Man muss es nur endlich erkennen wollen!

3. Die Entlohnung von allen Pflegeberufen in Österreich um 20% erhöhen.
Das ist eine wirkliche Aufwertung des Pflegeberufes. Und nur so wird es gelingen, Menschen aus Österreich für die Pflege gewinnen zu können. Und genau dass muss uns irgendwann gelingen!
Solange wir politisch nicht WIRKLICH bereit sind darüber ernsthaft nachzudenken und nicht wirklich alle in dbzgl. Diskussionen mit einbezogen, wird das Pflegethema weiterhin ...

... ein "unangenehmer Klotz am Bein bleiben".

Also, GUTEN MORGEN LIEBE POLITIK. Erkennt endlich die Zeichen der Zeit und verweilt nicht weiter in einem "DORNRÖSCHENSCHLAF", aus dem ihr keinesfalls geweckt werden wollt!!!

Euer Klaus Katzianka

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