Das Pflegegeld anheben, um volkswirtschaftlich nicht in die Sackgasse zu geraten.
Die Höhe des Pflege-Geld-Leistung bestimmt den Vorzug der günstigen, autaken Zu Hause Betreuung gegenüber der viel teureren Pflegeheim-Lösung.
Weiters kämpfen wir um eine Verfassungsgarantie.
Dazu unsere Statements in den Medien:
DIE PRESSE
"Pflegegeld rauf drückt Kosten"
18.09.2011 | 18:36 | (Die Presse)
Finanzierung. Vorschlag zur Erhöhung um 500Euro im Monat, damit weniger Pflegebedürftige in Heime müssen, und "Verfassungsgarantie".
Wien/Ett. Nach der Bund-Länder-Einigung über 685Millionen Euro zusätzlich zur Pflegefinanzierung bis 2014 starten nun diese Woche die Beratungen über die langfristige Entwicklung des Pflegewesens. Eine Arbeitsgruppe auf Bundesebene nimmt diese Woche die Arbeit auf. Die Dienstleistungsgewerkschaft „Vida“ und jene für die Privatangestellten laden heute, Montag, zu einer Enquete. Vom Steirer Klaus Katzianka, der selbst behindert ist, eine Agentur für Pflegekräfte betreibt und bei der 24-Stunden-Betreuung schon mit Volksbegehrenplänen hat aufhorchen lassen, kommt jetzt im Gespräch mit der „Presse“ ein ziemlich ungewöhnlicher Vorschlag: Anhebung des Pflegegeldes, um die Pflegekosten zu bremsen.
„Pflegegeld hinauf, Pflegekosten herunter“, formuliert Katzianka.
Wie das denn funktionieren soll? Im Kern geht es bei seinen Überlegungen darum, dass bei der Auszahlung von mehr Pflegegeld viele der zurzeit rund 420.000Bezieher in Österreich weiter daheimbleiben können, statt in die für die öffentliche Hand teureren Pflegeheime zu übersiedeln. Konkret könnte das Pflegegeld, das im Juli 1993 eingeführt wurde und seither je nach Grad des Betreuungsbedarfs in sieben unterschiedlichen Höhen ausbezahlt wird, um 500Euro pro Monat erhöht werden.
Dem stellt Katzianka in seinen Berechnungen die Ersparnis pro Heimplatz, für den 2000Euro aufgewendet werden müssten, von 1500 Euro monatlich gegenüber. Wenn 100.000 pflegebedürftige Menschen nach einer 500-Euro-Erhöhung nicht in Heime müssen, sondern zu Hause Betreuung in Anspruch nehmen, liege die Ersparnis bei 150Millionen Euro im Monat beziehungsweise bei 1,8 Milliarden Euro im Jahr.
Katzianka ist sich bewusst, dass Menschen mit besonders hohem Pflegeaufwand weiter in ein Heim müssen. Bei der Betreuung daheim reiche es aber oft schon, wenn jemand für Betroffene einkaufen geht oder kocht. Bei diesen Tätigkeiten sieht er auch Möglichkeiten, dass Personen über 50Jahre oder Menschen, die schon in Pension sind und sich etwas dazuverdienen wollen, eine sinnvolle Tätigkeit finden. Außerdem biete das Pflegegeld den Menschen die Chance, selbst zu entscheiden, was sie damit tun.
Kein Abgehen von Geldleistung
Daran schließt eine zweite Forderung Katziankas nahtlos an: „Das Pflegegeld gehört in die Bundesverfassung. Damit die Menschen eine Garantie haben.“ So solle gewährleistet bleibt, dass Pflegebedürftige Anspruch in Form einer Geldleistung haben. Hintergrund ist, dass es im Zuge der längerfristigen Neuregelung im Sozialministerium Überlegungen gibt, Sach- statt Geldleistungen auszubauen. Mit der Verankerung in der Verfassung soll die Politik „ein Zeichen setzen, dass ihr die Pflege ein Herzensanliegen ist und sie nicht am Pflegegeld herumdoktert“.













