europflege - 24 Stunden Hilfe und Betreuung

Jetzt reden wir - denn wir wissen, was Sache ist!

Am 18. November 2010 ging ich, als Euer Europfleger, Klaus Katzianka, im Rahmen unseres "Pflege-AKTIONSTAG" voll in die Offensive.
>> Diskussion im Forum-24.at

Um 10 Uhr gab ich eine Pressekonferenz im Cafe Landtmann, in Wien. Diese PK war medial sehr gut besucht. Und es ist mir auch gut gelungen, unsere Anliegen, Bedürfnisse und Wünsche zu transportieren.


Ich brachte 3 Beispiele aus österreichs Pflegealltag:

1. Beispiel: Pflegefall (95 Jahre/Stufe 4) verstirbt gegen den Willen des Staates „schon” zu Hause:

Eine Dame mit 95 Jahren – Gesamteinkommen € 1.300,- (inkl. Pension und Pflegestufe 4). Eine 24 Stundenbetreuung bei meiner Europflege würde ihr für 4 Wochen ab € 1.435,33 alles inklusive, kosten. Es fehlen ihr nun leider € 135,33, dass sie zu Hause bleiben könnte und in ihrer vertrauten Umgebung versorgt werden würde.
Was passierte nun: Es wurde ein Pflegeplatz in einem Pflegeheim, jedoch ca. 40 Kilometer von ihrer derzeitigen Wohnung gefunden, wo sie nun gegen ihren Willen hin muss und dort gesamt monatliche Kosten in Höhe von € 3.300,00 anfallen. Somit bezahlt die öffentliche Hand (sprich der Staat bzw. der Steuerzahler) € 2.000,- dazu. Aber es kommt nicht dazu. In der Woche vor der Einweisung verstirbt sie zu Hause. Es fehlten nur € 135,33. Der Staat meint gesetzesgetreu „Tut uns leid - ab ins Heim“.
Sie wollte aber nicht. Zahlte Zeit ihres Lebens Steuern und in ihre Pensionskasse.
Ist diese Realität nicht katastrophal?



2. Beispiel: Das Recht zum Weiterleben - in Würde und auch in Trauer aber in jedem Fall zu Hause:

Ein Ehepaar - beide wurden von uns versorgt. Die Tochter der Beiden ruft mich an: „Meine Mutter ist heute leider verstorben. Beide wurden von euch bestens versorgt und gepflegt. Jetzt müssen wir aber unseren Vater in ein Heim geben, was er aber absolut nicht will”.
Warum das? Beide hatten Pflegegeld, womit sie ihre beider Betreuung mit gesamt
€ 2.135,33 für 4 Wochen bezahlen konnten. Jetzt hat unser Vater mit der Pflegestufe 4 einfach nicht genug Geld, um die nun ca. € 1.500,- für 4 Wochen finanzieren zu können.
Ist das nicht traurig und schade? Warum kann er nicht weiterhin zu Hause leben?



3. Beispiel: Pflegeeinstufung als Willkür? Hat der/die GutachterIn heute einen guten Tag?

Ein Mann, Pflegegelbezieher der Stufe 6 - Nach einer Hirnblutung wird dieser Herr zum vollen Pflegefall. Er wird auf Pflegestufe 6 eingestuft. Zwei Jahre später läutet es vor seiner Tür. Seine Personenbetreuerin, welchen ihn rund um die Uhr betreut, öffnet. Eine ärztliche Gutachterin war da und hielt sich ganze sieben Minuten auf. Da er nicht sprechen kann, war leider auch keine weitere Person seines Vertrauens anwesend. Zwei Monate später kam die Überraschung. Ein Bescheid mit
Herabsetzung auf Stufe 4. Und das, obwohl sich sein Gesundheitszustand in keinster Weise verändert oder verbessert hat. Erst nach Intervention von Europflege bei seiner Versicherung kam Bewegung in die Sache. Es zog sich alles sehr, sehr lange hin. Ein Artikel in einer Tageszeitung bescherte ihm dann letztendlich wieder die Stufe 6, die ihm ohnehin von Haus aus zustand. Es wäre Stufe 7 durchaus gerechtfertigt. Muss so eine Schikane erst wirklich passieren?
Diese Beispiele sind der Politik nicht angenehm - Aber noch wesentlich unangenehmer für Betroffene!


Und danach kamen auch meine 3 konkreten Forderungen, von denen ich nicht mehr abrücken werde:


1. Eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung im Pflegebereich!

Es braucht endlich eine längerfristig angelegte Diskussion (4 – 5 Jahre) zwischen allen Beteiligten im Pflegebereich, wie den Trägerorganisationen Volkshilfe, Hilfswerk, Caritas, Rotes Kreuz, Diakonie etc., den Sozialversicherungsträgern, den 24 Stunden Anbietern, der Politik und vor allem mit Betroffenen und deren Angehörigen. Nur so erfährt man wirklich, was Sache ist.
Weil nur so kann man Anregungen von allen Seiten erkennen und in Folge berücksichtigen. Man soll keinesfalls nur mit Horrorzahlen und Horrorszenarien alle Menschen verschrecken. Es ist psychologisch erklärbar und auch verständlich, dass man sich unbewusst, gedanklich vom Thema Pflege fern hält. Man sagt sich: „Es gibt sowieso einiges an Pflegeangeboten, aber mich betrifft das zu Glück ja eh nicht“.



2. Das Pflegegeld muss um 40% erhöht werden und in der Bundesverfassung verankert sein, inkl. einer jährlichen Valorisierung!
Denn nur so ist man in der Lage, sich selbst seine Pflege und Betreuung aussuchen zu können, was zweifellos ein Menschenrecht darstellt.

Ich versuche nun DAS RECHENBEISPIEL vorzulegen:
Angenommen 100 000 Menschen sind über einen Zeitraum von 12 Jahren zu versorgen.
Würde man versuchen, sofern möglich, sie 10 Jahre zu Hause zu betreuen und nur 2 Jahre stationär, kann man hier jährlich bis zu 1,5 Mrd. Euro einsparen.
Daran darf die Politik keines Falls vorbei arbeiten- und sehen!!! Denn fast alle Menschen wollen zu Hause bleiben. Somit rechnet sich eine Pflegegederhöhung um 40% allemal. Man muss es nur erkennen wollen!
Pflegegeld in der Bundesverfassung: Der Pflegegeldbezieher würde so endlich aus der ewigen Bittstellerrolle genommen werden. Wir sollten in unserer Gesellschaft das Recht auf eine bundesweit flächendeckende ordentliche und vor allem leistbare Pflege und Betreuung zugestanden bekommen. Der Staat würde dadurch eine individuelle Wahl der Pflegeangebote für Betroffene gewährleisten können. Und eine jährliche Valorisierung muss ganz einfach eine Selbstverständlichkeit sein!!!



3. Die Entlohnung von allen Pflegeberufen in Österreich muss ebenso um 20% angehoben werden!

Das ist die einzig wahre Aufwertung des Pflegeberufes für österreichische Fachkräfte. Und NUR SO kann es gelingen, Menschen aus Österreich für die Pflege zu gewinnen. Genau das müssen wir eher denn je erreichen!
Je besser wir unsere Pflegekräfte entlohnen, desto lieber werden sie ihrer Aufgabe nachgehen.



Die Pflege hat in Österreich leider nicht den Stellenwert, den sie verdient!
Ich bin es leid, ewig der Bittsteller für die Interessen von pflegebedürftigen Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen bei der Politik zu sein. Schluss mit dem „Pflege-Gesülze“ der Politik, die von der Thematik leider nichts versteht. Jetzt will und werde ich endlich mitreden und sagen, was Sache ist.
Vor allem bei dem was Betroffene und deren Angehörige wirklich wollen und brauchen!!!

Ich will von der Politik nun endlich als anerkannter Fachmann und Gesprächspartner akzeptiert werden.


Am Nachmittag organisierte ich in Graz, um 17 Uhr, am Schlossbergplatz eine Demo.

Wir hatten ca. 70 - 80 Menschen, die gekommen sind.
Es haben in der Woche zuvor aber auch ca. 100 angerufen, denen es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, daran teilzunehmen.
Und eben genau für diese alle, versuche ich nun zum "Sprachrohr" und zum "Pflege-Robin-Hood" zu werden.

Pflege-AKTIONSTAG: "Sie kamen, sahen und sagten"...
... welche Rechte BürgerInnen mit Pflegebedarf und Pflegehintergrund einfordern! ... Und, um noch ein weiteres Zitat zu ändern: Der Würfel ist noch lange nicht gefallen, weil der Rubicon die Parlamentsdebatte ist, und weil das Volk auch wir sind.

Bei soviel Aktivität, Engagement, Selbstbewusssein welches sich an diesem Tag zu einigen Orten bewiesen und dargebracht hatte, sollte es der Politik nicht weiter möglich sein unsere Rechte einfach zu übergehen. Unser Auftrag an das Hohe Haus ist nun klar definiert. Die Sparpläne im Bereich der Pflege und Sozialleistungen gehören in dieser Form gekippt. Oder, um es auch für die Politik verständlich auszudrücken: "Wenn ich heute einen Wasserrohrbruch habe, brauch ich keine "Wissenschafter", sondern eine/n InstallateurIn". Also ExpertInnen.
Sprecht nicht ständig nur über uns, sondern endlich mit uns! Es wäre ein Anfang.

Es war eine tolle Aktion, bei der viele Betroffene ihre Sicht der Dinge darlegen konnten. Begleitet von einer sehr charmanten und durchaus kompetenten Moderatorin begleitet. Angenehme Musik im Hintergrund, ein Tee zum aufwärmen.

Demonstration in Graz: 70 Menschen pflegten Gesprächskultur.
Fast programmatisch und symbolisch versperrte das friedliche Aufgebot den Weg zur Grazer Sackstrasse, welche sich für den schnellen Durchzugsverkehr und unkundige FahreInnen auch tatsächliche als SackGASSE darstellt.

Bei Musik und Tee wurde das Mikrofon von einer Hand zur anderen gereicht, offen diskutiert und präzisiert.
Da saßen Experten zu Werke, welche man in der Himmelpfortsgasse, Löwelstraße, Lichtenfelsgasse nicht bzw. am Ring nur rar findet.
Alles in Allem, eine durchaus positive Aktion, wo es uns eindrucksvoll gelungen ist, aufzuzeigen,
wo der Schuh wirklich drückt...

Ich bin sehr stolz, dass es auch uns gelang zu MOBILISIEREN.
Bitte bringt Euch auch weiterhin in unserem Forum aktiv ein.
Denn genau dann, kann ich bestmöglich unsere Anliegen transportieren.
Wir geben nie auf!!! Verändern kann nur der, der es versucht!!!
Also, ab jetzt wird wirklich Klartext gesprochen - und zwar von uns selbst!


Klaus Katzianka. >> Diskussion im Forum-24.at

 


Der Falter 23. November 2010

Pflege-Aktionstag: "Heim-Weh?"

Die Schere wischen Pflegerealität und gut
gemeinten politischen Absichten. Ein Bericht
von Gerlinde Pölsler mit Stellungnahmen
von Kristina Edlinger-Ploder (VP),
Renate Skledar, Elisabeth Kapper-Weidinger,
Ingrid Ruf und Klaus Katzianka.
Diskussion: Forum-24.at

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Kronen Zeitung 19. November 2010

Pflege-Aktionstag

Die Forderungen:
Experten in die politischen Entscheidungen!
Anhebung des Pflegegeldes um 40%!
Aufwertung der Pflegeberufe.

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Die Krone-Gesundheit 19. November 2010

24-Stunden Hilfe und Betreuung
zu Hause ist menschlicher und günstiger.

Katzianka fordert mit anderen Aktivisten
eine Anhebung des Pflegegeldes zur Finanzierung
einer auch volkswirtschaftlich gesehen leistbaren Pflege.

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Die Presse 19. November 2010

Pflege-Aktionstag

Behinderte blockieren Ringstraße und in Linz
und Graz gehen Menschen für das Pflegegeld
auf die Straße. Katzianka: Milliarden könnten
gespart werden, wenn man Experten ran ließe.

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Steirerkrone 15. November 2010

Pflege-Aktionstag

Wir müssen uns zur Wehr setzen.
Kürzungen in diesem sensiblen Bereich sind
nicht weiter hinnehmbar. Wir werden in Wien
und Graz unsere Forderungen ausprechen.

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Kleine Zeitung 15. November 2010

Aktionstag gegen Sparmaßnahmen bei Pflege.

Pflegeaktivist Katzianka ruft zu Demonstration
gegen ewige Bittstellersituation auf:

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Kronen Zeitung 3. November 2010

Die Ablehnung gegen das Sparpaket
wir immer größer: AKTIONSTAGE!

Neben Protestmaßnahmen durch alle Schichten,
steht auch eine Demonstration Behinderter,
organisiert von Klaus Katzianka, fest.

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Kronen Zeitung 31. Oktober 2010

Klaus Katzianka:
Es sind die Ärmsten der Armen,
die das Sparpaket am härtesten trifft.

Die Menschen fürchten zurecht um das
Pflegegeld. Also schrecken wir auch vor
Protestmaßnahmen und Demonstrationen
nicht zurück

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