Hintergrund:
Minister will "Sachleistung" forcieren
420.000 Österreicher beziehen Pflegegeld. Diese Zahl steigt ständig - im letzten Jahr um vier Prozent. Die ausverhandelte Lösung für die 24-Stunden-Pflege zu Hause spielt nur eine marginale Rolle, nur etwa jeder achtzigste Pflegebedürftige nimmt sie in Anspruch.
Um Pflege leistbarer zu machen, wird über die Einführung einer Pflegeversicherung diskutiert. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) kann sich für Geldzuwendungen dazu nicht erwärmen: "Ich persönlich will die Sachleistung forcieren, weil wir auch wissen, dass ein nicht gerade kleiner Prozentsatz des Pflegegeldes nicht bei der Pflege landet. Dass ist jetzt kein Angriff gegen die Betroffenen. Aber dass man über Umwege die Enkelkinder auszahlt, ist nicht der Sinn und Zweck des Pflegegeldes.
Links: http://salzburg.orf.at/stories/424339/ http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=11067
24. Februar 2010, 20:15
Europflege zur Diskussion Sachleistungen statt Pflegegeld?
Klaus Katzianka:
Keine gute Idee - das Pflegegeld ist zu Recht eine Jahrhundert-Errungenschaft im Sozialbereich. Warum versucht gerade die Politik dieses wertvolle Instrument ständig zu demontieren?
In meinem Bereich indem ich mich bewege (Pflege) sind es in Wahrheit zwischen 8% und 10%, welche sich gerade Mal eine 24 Stunden Pflege in Österreich leisten können – darüber sollte und muss man nachdenken. Nicht über eventuelle Enkelkinder, die vielleicht etwas abbekommen könnten. Herr Bundesminister von einem Bankmanager oder einen Politiker werden Enkelkinder wohl mehr erhalten (es sei ihnen auch vom Herzen gegönnt), als von altersschwachen Damen oder Herren, die mit 91 Jahren Pflegestufe 1 € - 154,20 monatlich aus unserem Sozialbudget erhalten. Vergessen wir dabei auch nicht, dass diese Menschen auch zwischen 35 und 45 Jahre in unser Sozialbudget einbezahlt haben.
Der neue Vorstoß Pflegegeld in Sachleistungen umzuwandeln, ist so ziemlich das Undurchdachteste, was ich je gehört habe. So lange der Staat kein flächendeckendes und auch leistbares Pflegemodell anbieten kann, sollte er sich davor hüten das Pflegegeld, welches mit Recht als Jahrhunderterrungenschaft zu sehen ist, anzutasten.
In Folge drei kurze Beispiele für Sachleistungen:
- Dann legt jemand dem Staat eine Rechnung in Höhe von € 2.750,-- für eine 24 Stunden Betreuung- wird dies dann übernommen?
- Oder ein älteres Ehepaar, beide in einem Pflegeheim - monatlicher Aufwand dafür € 8.460,-- - wird auch das übernommen?
- Und zu guter Letzt - eine diplomierte Fachkraft aus Österreich kostet am Wochenende € 76,-- pro Stunde. Somit kostet eine Versorgung einer pflegebedürftigen Person monatlich zigtausende Euro. Werden auch diese Rechnungen dann übernommen?
Das Pflegegeld müsste bundeseinheitlich angewandt werden und generell sollte man Pflege aus diesem Instrument finanzieren. Sehen wir es als eine Bereicherung. Warum wehrt man sich mit Gewalt gegen eine vernünftige Lösung, in der man Menschen, die zu Hause versorgt werden mit ca. € 2.000,-- monatlich unterstützt. Menschlich und auch volkswirtschaftlich wäre dies die richtige Richtung. Und es ist vor allem eine Richtung, die Österreich sich leisten kann und auch sollte. Wir sollten darauf stolz sein und es nicht mit Gewalt demontieren.
Herr BM Rudolf Hundstorfer, für diesen Gedankengang (der hoffentlich nicht wirklich ernst gemeint ist...) zeigt der Europflege-Daumen ganz klar und deutlich nach unten!
Klaus Katzianka | Europflege















Tatsache ist, dass diese Herrschaften solange sie nicht betroffen sind, keine Ahnung haben, sowie auch ein ARZT der als SACHVERSTÄNDIGER bei den Pflegegeldeinstufungen vorbeigeschickt wird keine Ahnung hat, wie der ALLTAG ist, wenn er nur eine halbe Stunde den Pflegebedürftigen "sieht".
Solange wir Betroffenen nicht mehr zusammenhelfen, wird sich nichts ändern. Leider
Mit freundlichen Grüßen Leitner Sandra aus Oberösterreich.(Wir durften uns bei der Preisverleihung zum Pflegeund Betreuungspreis der Volkshilfe 2008 kennenlernen.)
Alles Liebe und weiter so.
Kann mich an Dich natürlich noch erinnern Sandra. Auch Dir weiterhin viel Kraft zu Deinem Engagement, welches wichtig und wertvoll ist.
Klaus Katzianka