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Pflege: Vielen Gemeinden geht das Geld im Sozialbereich aus.
Jetzt wird der Ruf nach einer Pflege-Versicherung laut.

04. Februar 2010, 19:45

Immer mehr steirischen Gemeinden geht, vor allem aufgrund der dramatischen Steigerung der Sozialausgaben, das Geld aus. Allein im Bezirk Deutschlandsberg schlitterte von den 40 Gemeinden die Hälfte ins Minus. - Ein Bericht des ORF Landesstudio Stmk.

 

 

Deutschlandsberg: Pflegekosten verdoppelt

Es ist eine dramatische Entwicklung in vielen steirischen Gemeinden: Die Einnahmen gehen zurück, die Ausgaben steigen unverhältnismäßig stark. Vor allem die Pflegekosten belasten die Gemeindebudgets.

Allein in der Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg verdoppelten sich diese Kosten innerhalb von nur fünf Jahren beinahe auf 2,1 Millionen Euro. "Die Situation ist sehr dramatisch, wenn man denkt, dass von 40 Gemeinden des Bezirks über 20 keinen ordentlichen Haushalt mehr zusammen bringen, die Tendenz stark steigend ist. Nächstes Jahr sind es wahrscheinlich schon 30", so der Deutschlandsberger Bürgermeister Josef Wallner.

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Finanzierung muss überdacht werden:

Fest steht, dass immer mehr Menschen in Pflegeheimen betreut werden und auch die mobile Hauskrankenpflege boomt. Die Sozialhilfeverbände, also die Gemeinden und das Land, teilen sich derzeit die Kosten im Verhältnis 40:60. Doch neue Finanzierungformen scheinen dringend nötig.

Wallner: "Über 60 Prozent finden nach diesen Ausbildungen des Arbeitsmarktservice innerhalb von sechs Monaten einen Arbeitsplatz und stehen wieder in Beschäftigung."

Die Bevölkerung sei aus seiner Sicht schon viel weiter, als die Bundespolitik es ihnen zutraue, sagt der Deutschlandsberger Bürgermeister: "Das Thema ist reif, dass man es angeht. Es ist höchste Zeit."

Winkler BGM von Schönegg: "Auf Dauer nicht verkraftbar"

Das meint auch Franz Winkler, Bürgermeister der 1.380 Einwohner-Gemeinde Schönegg im Bezirk Hartberg. Auch Schönegg ist durch explodierende Sozialkosten erstmals ins Minus geschlittert.

"Wenn wir die Entwicklung betrachten in den letzten fünf, sechs Jahren, ist es eine Verdoppelung des Sozialhilfebudgets, und das kann man auf die Dauer unmöglich verkraften. Wenn es so weiter geht, dann ist es nicht mehr möglich, eine Gemeinde zu führen", so Winkler. Für das Jahr 2010 sei ein Abgang von 140.000 Euro prognostiziert.

Maier vom SOZIALHILFEVERBAND: "Ausgaben überdenken"!

Die Sozialausgaben müssten neu strukturiert werden, fordert deshalb der Sozialhilfeverband Hartberg von der Bundesregierung. Es müsse hinterfragt werden, ob jede Leistung der öffentlichen Hand gratis sein müsse, so der Obmann des Sozialhilfeverbandes, Gerald Maier: "Dass jemand, der ein geringes Einkommen hat, zum System nichts beitragen kann, ist klar. Aber wenn jemand ein höheres Einkommen hat, bin ich davon überzeugt, wird er in Zukunft auch etwas zum System beitragen müssen."

Quelle: http://steiermark.orf.at/stories/420792/
Fotos: ORF / APA / Europflege24.


Dazu Klaus Katzianka von Europflege.at:

Die leistbare 24 Stunden-Pflege zu Hause,
ist die einzig gangbare Lösung!

Katzianka: "Es schreit ja fast förmlich nach 24 Stunden Pflege, denn desto länger Menschen zu Hause versorgt werden können, um so kostengünstiger ist es in Wahrheit. Ganz zu Schweigen davon, dass dies der sehnlichste Wunsch Aller ist, in der vertrauten Umgebung zu bleiben, so lange nur irgend wie möglich. Wenn man z. B. jemanden 10 Jahre seines Lebens zu Versorgen hat, würde es menschlich und auch volkswirtschaftlich mehr als Sinn machen, ihn davon 9 Jahre im seinen häuslichen Umfeld zu belassen. Dies sollte vorrangiges Ziel der Politik sein.
Nicht Pflegeversicherungsmodelle, welche durchaus Sinn machen, jedoch erst in 30 - 40 Jahren wirksam werden. Man muss mit dem Jetzt zu Rande kommen".

Zur Person: Klaus Katzianka Geschäftsführer von Eurpflege24
(Bild: Bigshot / Jungwirth / jeneweindesign)


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