europflege - 24 Stunden Hilfe und Betreuung

Pflegegeld-Erhebung / Pflegeeinstufung:

Wer darf entscheiden?
Nur der Arzt? Oder auch die, die es wissen müssen?


13. Februar 2010, 12:00

Keine allzu große Freude hat die Ärztekammer mit der von Sozialminister Rudolf Hundstorfer geplanten Änderung bei der Pflegegeldeinstufung.

Hundstorfer will, dass künftig nicht nur ein Arzt einschätzt, wie pflegebedürftig ein Patient ist und wie viel Pflegegeld er somit erhält, sondern dass auch Pflegepersonal in die Entscheidung eingebunden wird. Die Ärtzekammer steht da aber etwas auf der Bremse.

Ärztekammer: Pflegepersonal hat nicht genug Ausbildung
Otto Pjeta von der Ärztekammer bleibt dabei: Der Arzt soll entscheiden, in welche Pflegestufe ein Patient kommt: "Primär sollte der Arzt entscheiden in welche Pflegestufe der Patient kommt. Das ist aus dem Ausbildungsstand einer Pflegeperson nicht möglich."

Pflegepersonal: Hilfe im Alltagsleben entscheidend
Die Pflegekräfte wollen das nicht so einfach hinnehmen. Die medizinische Diagnose sei nicht das einzige, was bei der Festlegung der Pflegestufe wesentlich ist, so Ursula Frohner vom Gesundheits- und Krankenpflegeverband. Wichtig sei auch einzuschätzen, wie viel Hilfe ein Patient im Alltagsleben braucht: "Ärzte können das aus unserer Sicht nicht."

Ärztekammer: Man könnte Pflegepersonal zu Rate ziehen
Das Wissen der Pflegekräfte kann durchaus nützlich sein, meint Otto Pjeta von der Ärztekammer. Er ist auch dafür, dass Pflegekräfte bei Bedarf um ihre Einschätzung gebeten werden können. Am Ende aber müsse es allein beim Arzt liegen, über die Pflegestufe zu entscheiden, findet er.

Sozialminister muss Entscheidung treffen

Keine Einigkeit also zwischen Pflegekräften und Ärzten. Somit wird es wohl an Sozialminister Rudolf Hundstorfer liegen, einen Kompromiss zu finden. Er will ja Änderungen bei der Pflegegeldeinstufung.

Gesamter Artikel + Audio:
http://oe1.orf.at/inforadio/119017.html?filter=3

Sozialminister Rudolf Hundstorfer

Sozialminister Rudolf Hundstorfer
(Quelle: ORF-Radio, Bilder: APA / Salzburger Fenster)


 

13. Februar 2010, 18:30

Europflege zur Diskussion Pflege-Einstufung | Klaus Katzianka

Der Vorschlag vom Sozialminister ist zu begrüßen,

... weil die Veränderung zu Gunsten der zu Pflegenden gedacht ist.
Es sollte vor allem auch die/der mitentscheiden, der die Pflege letztendlich durchführt und das engste Umfeld des zu Versorgenden. Zusätzlich sollte man eine möglichst lange Versorgung zu Hause anstreben, denn genau das ist der sehnlichste Wunsch der Menschen, die eben Hilfe brauchen und ganz nebenbei würde sich genau dies durchaus auch volkswirtschaftlich zu Gunsten unseres Staatshaushaltes zu Buche schlagen. Wir müssen zeitgemäß denken und neue Überlegungen zulassen. Nur so werden wir dem Thema Pflege, welches sich ständig verändert und rasant zunimmt  gerecht werden.

Vorab ein großes Dankeschön an den Herrn Bundesminister Rudolf Hundstorfer und seinem Team.
Der Zug ist in die richtige Richtung unterwegs.

Österreich kann und soll sich Pflege leisten, dies muss immer unser oberstes Ziel sein!

Klaus Katzianka | Europflege


1. Jänner 2010

Pflegegeld-Erhebung

Sozialminister kann sich Änderungen vorstellen ...

01. Jänner 2010, 20:15

Hundstorfer: "Derzeit erfolgt die Pflegegeld-Einstufung lediglich durch einen Arzt, künftig könnte dabei auch das Pflegepersonal mitwirken."

"Mein Ziel wäre es, das in einer Modellregion auszuprobieren", erklärte Hundstorfe. Die Grünen sowie die Caritas forderten Änderungen in ebendiese Richtung. Wo das Pilotprojekt stattfinden soll, steht laut einem Ministersprecher noch nicht fest.

"Wildwuchs" verhindern ...

Grünen-Sozialsprecher Öllinger sprach sich dafür aus, dass für die Abwicklung der Pflegegeldverfahren künftig nur noch eine einzige Einrichtung, nämlich die Pensionsversicherungsanstalt (PVA), zuständig sein sollte. Der derzeitige "Wildwuchs" von über 30 Entscheidungsträgern auf Bundes- und Länderebene würde eine effiziente Abwicklung verhindern, so Öllinger. Die Pflegegeldeinstufung sollte vorwiegend von diplomierten Pflegekräften durchgeführt werden. Der Abgeordnete forderte weiters von der Bundesregierung "endlich" ein Konzept für den Pflegefonds.
Die Caritas der Erzdiözese Wien möchte ebenfalls, dass künftig spezialisierte Fachärzte gemeinsam mit diplomiertem Pflegepersonal die Einstufung beim Pflegegeld vornehmen. Direktor Landau hob zudem die Tätigkeit der pflegenden Angehörigen - der "größte Pflegedienst Österreichs" - hervor. Um ihnen den Rücken zu stärken, sei ein Ausbau flexibler und günstiger Beratungs- und Entlastungsangebote dringend notwendig.
Mit dem seit zwei Jahren geltenden Modell für die 24-Stunden-Pflege zeigte sich Hundstorfer grundsätzlich zufrieden: 99 Prozent des Personals sei dadurch "legalisiert" worden. Auch das Steuer- und das Aufenthaltsrecht werde dadurch eingehalten.

(Quelle: OÖ-Nachrichten, Bild: APA)
Der Sozialminister in Gedanken ... aber ein Lichtblick.


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